enrico Drei rechte Skinheads misshandeln in der Nacht zum 29. März 2003 in Frankfurt (Oder) den ehemaligen Punk Enrico Schreiber (25) so schwer, dass er wenige Stunden später in einem Krankenhaus stirbt. Während der mehr als zweistündigen Folter in einer Plattenbauwohnung springt ein Täter, Stephan B. (20), auf Schreiber herum, schlägt ihn mit einer Metallstange und versetzt ihm Messerstiche in ein Bein. Die Brüder Marco S. (26) und Daniel S. (21) prügeln mit. Am Ende der Tortur stehlen die Schläger noch eine Playstation, Schreibers Handy und sein Bargeld. Im Prozess berichten mehrere Zeugen, die Skinheads hätten nach der Tat geäußert, „es war ja nur ein Punk“. Das Landgericht Frankfurt (Oder) wertet den Gewaltexzess als Mord und verurteilt im Dezember 2003 Marco S. zu zwölf Jahren Haft, Bruder Daniel erhält sieben Jahre Jugendstrafe, bei Stephan B. sind es acht Jahre. Das Gericht sieht keine Anzeichen für eine rechte Straftat, betont aber, dass die Gesinnung der Täter „nicht zu übersehen war“.

Umbennenungsaktion in Bonn Kessenich
In der Nacht vom 12. auf den 13.7. 2011 wurden in Bonn Kessenich mehrere Straßenbahn-Haltestellen umbenannt. Die Haltestellen, die vorher unscheinbare Namen trugen, machen nun aufmerksam auf Opfer rechter Gewalt. Mit dieser Aktion soll aufmerksam gemacht werden, auf die oft vergessenen Toten, die die menschenfeindliche Ideologie von rechts jedes Jahr fordert. Gerade in Zeiten modernen Gefasels von „Extremismus“ von links und rechts wird immer wieder vergessen, dass rechtes Gedankengut auf Ausgrenzung und Herabsetzung basiert. Dies äußert sich im Äußersten in den über 130 Toten seit 1990.
Die heutige Aktion ist im Andenken aller Opfer rechter Gewalt, auch weltweit.