andreas In der Nacht zum 6. Mai 2006 tötet ein junger Neonazi im bayerischen Plattling einen 41-jährigen Obdachlosen Andreas Pietrzak. Nachdem der 19-Jährige erst mit dem Opfer getrunken hat, schlägt er mit einem Holzpflock auf ihn ein und tritt dann mit seinen Springerstiefeln auf den Kopf des wehrlosen Mannes. Anschließend beraubt er den Bewusstlosen, übergießt ihn mit Spiritus und zündet ihn an. Ein Bekannter habe vor der Tat gesagt, „dass man dem Polen eine Abreibung verpassen müsse“, gibt der Angeklagte vor Gericht zu. Das Opfer hatte die deutsche und polnische Staatsbürgerschaft. Schon früher hatte der Mörder Pietrzak gemeinsam mit einem Bekannten misshandelt. Obwohl im Urteil die „ausländerfeindliche Gesinnung“ des Täters ausdrücklich festgestellt wird, sieht der Richter darin nicht das führende Motiv für die Tat. Der Angreifer wird im Mai 2007 vom Landgericht Deggendorf zu neun Jahren Jugendstrafe wegen Raubmordes verurteilt.

Umbennenungsaktion in Bonn Kessenich
In der Nacht vom 12. auf den 13.7. 2011 wurden in Bonn Kessenich mehrere Straßenbahn-Haltestellen umbenannt. Die Haltestellen, die vorher unscheinbare Namen trugen, machen nun aufmerksam auf Opfer rechter Gewalt. Mit dieser Aktion soll aufmerksam gemacht werden, auf die oft vergessenen Toten, die die menschenfeindliche Ideologie von rechts jedes Jahr fordert. Gerade in Zeiten modernen Gefasels von „Extremismus“ von links und rechts wird immer wieder vergessen, dass rechtes Gedankengut auf Ausgrenzung und Herabsetzung basiert. Dies äußert sich im Äußersten in den über 130 Toten seit 1990.
Die heutige Aktion ist im Andenken aller Opfer rechter Gewalt, auch weltweit.